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Lifestyle

Gedanken zum „Leben zu Dritt“

Inspiriert von einer lieben Followerin, versuche ich heute einmal meine ganz persönlichen Gedanken zum Thema „Leben zu Dritt“ zu verfassen. Vorab möchte ich sagen, dass dies wirklich ein sehr persönlicher Beitrag ist und ich weder andere Sichtweisen verurteile noch irgendeinen Weg als richtig oder falsch betitel. Ich möchte hier lediglich meine Sichtweise auf diesen großen neuen Lebensabschnitt mit euch teilen.

Ich glaube der Lebensabschnitt von „Pärchen“ zu „Eltern“ ist einer der größten Schritte, den man als „Mensch“ gehen kann. Sowohl als Frau, als auch Mann. Es ist einfach ein so lebensverändernder Schritt, dass natürlich viele Gedanken dabei eine Rolle spielen. Wenn man sich dafür entschieden hat eine Familie zu gründen, sind zumindest meist die grundlegenden Fragen wie „möchte und kann ich ein Kind großziehen“ mit Ja beantwortet worden und trotzdem bleiben natürlich Zweifel und Ängste auf dem Weg dorthin.

Für mich gibt es bei diesem Thema zwei größere Unterthemen, die mich immer beschäftigt haben und auch noch tun. „Das Leben zu Dritt im Privaten“ und „Das Leben zu Dritt als berufstätige Frau“.

Das Leben zu Dritt im Privaten

Fangen wir im Privaten an. Für uns war relativ früh unseres gemeinsamen Weges klar, dass wir beide irgendwann mal eine Familie gründen möchten. Nach unserer Hochzeit im Juli 2014 ging es relativ schnell danach los mit dem Thema Hausbau, was Ende 2016 abgeschlossen war mit dem Einzug ins neue Heim und irgendwie war die damals „logische“ Folgerung, dass man sich nun auch näher mit dem Thema „Kind“ beschäftigt hat. Mein Mann war glaube ich schon deutlich eher „bereit“ dazu. Für mich begann im Jahr 2015 allerdings das Jahr, wo es beruflich wirklich stark bergauf ging. Wodurch ich sehr hin- und hergerissen war, dies nun für ein Baby „kurzfristig“ auf Eis zu legen. Hierzu aber später mehr.

Nie war ich mir unsicher, dass wir beide es im Privaten nicht hinbekommen würden uns um so ein kleines Wesen gut zu kümmern. Wir stehen mit beiden Beinen fest im Leben, haben eine großartige Familie, die uns stets unterstützt und wir beide sind neben Ehepaar auch beste Freunde (so abgedroschen das jetzt auch klingen mag). Wir sprechen über Alles und können uns wirklich aufeinander verlassen. Die Schwächen des Einen sind die Stärken des Anderen – und umgekehrt. Wir ergänzen und „vervollständigen“ uns also in unseren Augen wirklich perfekt.

Auf die vielen gemeinsamen Momente als kleine Familie freuen wir uns schon so sehr. Auf Ausflüge zu Orten, die man vielleicht selbst zuletzt als Kind besucht hat (Freibäder, Spielplätze, …). Auf Situationen wie gemeinsames Toben, Spielen und Kuscheln. Das Leben als Familie wird sicherlich ein völlig anderes werden aber so viele unfassbare Überraschungen und Glücksmomente hervorrufen, dass es für mich keinen Zweifel gibt, dass diese Entscheidung die Richtige ist. Und ich glaube die Liebe zueinander wird noch einmal auf ein ganz anderes Level gehoben, wenn man sieht, was man dort „erschaffen“ hat und was man im Stande ist gemeinsam groß zu ziehen.

Der Fokus vom „Ich und Du“ wird sich verschieben auf das zarte Wesen, was einfach ununterbrochen die Aufmerksamkeit fordern wird.

Trotzdem ist uns natürlich bewusst, dass sich einiges auf dieser Beziehungsebene ändern wird, sobald der kleine Bub bei uns ist. Man wird sich über andere Themen unterhalten und die „Gaga und Blubb“-Sprache wird vermutlich so manche ernste Gesprächsthemen „erschweren“.  Der Fokus vom „Ich und Du“ wird sich verschieben auf das zarte Wesen, was einfach ununterbrochen die Aufmerksamkeit fordern wird. Zumindest für die ersten Jahre. Und natürlich wird der neue Bewohner das Wichtigste auf der Welt sein – doch ohne UNS beide, wäre dieses kleine, zerbrechliche Wesen nicht entstanden. Weswegen ich es sehr wichtig finde, dass auch ich und mein Mann noch „unsere“ Zeit bekommen. Gemeinsame Pärchenabende, kleine Auszeiten und bewusste Momente zu Zweit. Das haben wir uns fest vorgenommen. Zum Glück haben wir ganz engagierte Omas und Opas, die sich jetzt schon sehr auf den Bub freuen und auch hier schon die Hilfe angeboten haben – wenn auch beide nicht annähernd in der „Nachbarschaft“ wohnen. So wird es sicherlich auch zu gegebener Zeit die Unterstützung von tollen Babysittern geben, damit wir einzelne kleine Momente zu Zweit bekommen.

Das Leben zu Dritt als berufstätige Frau

Bei diesem Punkt wird es deutlich schwerer zu formulieren wie meine Gedanken zu dem Thema waren und sind. Als freiberufliche Fotografin liebe ich die Kreativität und Abwechslung, die mein Job mit sich bringt. Die Arbeit mit der Kamera, mit dem Team oder auch zu Hause am Rechner ist zwar anstrengend, aber ich kann gleichzeitig meine Energietanks auffüllen, da ich voll in dem aufgehe, was ich tue. Ich liebe diesen Job. Den Moment der Erschöpfung aber gleichzeitig der Zufriedenheit, wenn ein Job erfolgreich erfüllt ist und der Kunde und auch ich selber zufrieden sind. Ich brauche diesen Teil in meinem Leben um glücklich zu sein. Um Energie für die anderen Dinge des Alltages zu haben und um mich „vollständig“ zu fühlen.

Gerade in den letzten 9 Monaten wurde mir das sehr bewusst. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass es mir zu Beginn der Schwangerschaft nicht gut tat zu arbeiten – das Heben von schwerem Equipment und anstrengende, lange Produktionen fiel eh aus Sicherheitsgründen raus in den ersten 3 Monaten. Ich habe also versucht einiges an PC-Arbeit (Retusche oder Artdirektion) zu übernehmen. Aber auch hier war ich schnell am Ende meiner Kräfte angelagt. Zum Glück habe ich von meinem Mann die Unterstützung bekommen, dass ich mir über das „Geld verdienen“ in dem Moment keine Gedanken machen sollte. Eine enorme Entlastung in einem Haushalt, wenn zumindest einer ein regelmäßiges Einkommen hat. Rechnungen müssen ja schließlich weiterhin bezahlt werden und krankschreiben als Freiberufler bringt leider auch wenig. Als die Phase des 2. Trimesters kam, wussten viele Kunden schon von meiner Schwangerschaft und buchten natürlich nicht mehr so regelmäßig wie vorher (was auch absolut nachvollziehbar ist, da man einfach ein Pensum schaffen muss und in diesem Job eben kein Bürokollege mal eben schnell einspringen kann).

Für mich folgte also auf ein Jahr, wo ich gute 200 Tage auf Produktion war (und teils sogar für 3 Wochen am Stück weg von zu Hause), ein völliger „Einbruch“ wo ich zu Hause für mich alleine war. Und hier habe ich gemerkt, dass mir dies absolut nicht gut tat. Ich hatte nie ein Problem damit „alleine“ zu sein oder mich alleine zu beschäftigen. Aber das Fehlen an Arbeit und Umgang mit dem kreativen Schaffensprozesses macht mir bewusst, wie sehr ich meine Arbeit brauche. Und hier fingen dann auch die „Zweifel und Ängste“ an in Hinblick auf „Das Leben zu Dritt“.

Wie weit lässt sich ein Baby mit meiner Karriere verbinden?

Wie weit lässt sich ein Baby mit meiner Karriere verbinden? Und nicht, dass ihr mich jetzt hier missversteht – ich bin niemand, der eine wilde Jetset-Karriere als Fotografin anstrebt. Für mich ist es wichtig, dass ich unabhängig von meinem Mann leben „könnte“ und mein eigenes Geld verdiene und spare, wodurch ich und wir uns Dinge leisten können wie gemeinsame Urlaube, ab und an mal schöne Einkäufe oder Geschenke für unsere Liebsten. Und etwas für unsere Zukunft zurücklegen können!

Ich möchte einfach meine kreative Arbeit fortführen – und das auch „so schnell wie möglich“. Dass dieser Zeitpunkt absolut abhängig ist von dem kleinen Bub und seinem Charakter und der neuen Situation, die sicherlich eine große Eingewöhnungsphase benötigt, ist mir dabei bewusst. Hier beruhigt mich aber auch der Gedanke, dass ich als Freiberufler genau diesen positiven Aspekt der „Freiheit“ habe, dass ich nicht von 0 auf 100 wieder einsteigen muss. Ich kann mir einzelne (Herzens-)Projekte rauspicken, die ich machen möchte und zu diesem Zeitpunkt kann. Ich habe den Luxus, dass mein Mann die Möglichkeit hat auch mal vom Home Office aus zu arbeiten, wodurch ich gewisse Jobs annehmen kann, während er beim kleinen Mann zu Hause ist und auf ihn aufpassen kann. Bei gewissen Kunden und je nach Verfassung, kann der kleine Bub sogar eventuell mit auf kurze Produktionen oder ist im „Home Studio“ ja sowieso dabei und die Mama immer erreichbar wenn er etwas benötigt.

Meine eigene Mama war 24/7 für mich da – sie war nicht berufstätig und immer zu Hause als ich aus der Schule kam. Das Essen stand immer gekocht auf dem Tisch. Sie hat mir bei den Hausaufgaben geholfen und sich nachmittags mit mir beschäftigt. Mein Papa hat sehr viel gearbeitet. Wir haben uns morgens und abends kurz gesehen. Das allabendliche Ritual des zu Bett bringens mit 7-8 Spiel-Runden UNO war für uns bestimmt. Die Wochenenden waren dann gemeinsame Familienzeit. Und ich liebe beide gleichermaßen und habe zu beiden ein sehr inniges Verhältnis.

Ich glaube nicht, dass es eine grundsätzliche Rolle spielt, ob man als Mama und Papa „zu Hause“ oder „am arbeiten“ ist. Wenn man die gemeinsame Zeit, die einem zur Verfügung steht, dann wirklich fokussiert gemeinsam verbringt ohne in dem Moment an zig andere Dinge zu denken – ich glaube dann wird sich auch ein Kind geborgen und geliebt fühlen. Und um diese glücklichen Momente genießen und weitergeben zu können, bin ich der festen Überzeugung, dass auch Mama und Papa glücklich sein müssen mit „sich“. Und wenn dazu gehört, dass man selber einer Arbeit neben der „Arbeit des Elternseins“ nachgeht, dann ist dies in meinen Augen der perfekte Zwischenweg und die harmonische Balance zwischen „Karriere und Familie“.

Und trotzdem bleiben die Zweifel: Was ist, wenn das alles nicht so hinhaut, wie ich mir das vorstelle? Wenn der kleine Mann mehr Aufmerksamkeit braucht als ich es mir aktuell vorstellen kann? Wenn er nicht damit klarkommt, dass seine Mama mal für ein paar Stunden weg ist? Das wird sich zeigen und auch dann wird man eine Lösung finden, mit denen alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind – da bin ich mir sicher. Denn jeder wächst schließlich mit seinen Aufgaben!

Und das werden wir auch. Gemeinsam. Hand in Hand.

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